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Was drin ist für dich: Lerne, dich wieder richtig in Aufgaben zu vertiefen.
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Unser Hirn ist nicht für Multitasking gemacht.
2
Der digitale Lifestyle und soziale Medien machen uns unproduktiv.
3
Gönn deinem Gehirn mal eine Pause von Social Media.
4
Bei Deep Work geht es um kontinuierliches, konzentriertes Arbeiten.
5
Schaffe die richtigen Voraussetzungen für Deep Work.
6
Teile dir deine Zeit ganz bewusst ein, damit sich dein Körper in den Freiphasen erholen kann.
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Konzentriert arbeiten
00:00
INTRODUCTION
Was drin ist für dich: Lerne, dich wieder richtig in Aufgaben zu vertiefen.
Hand aufs Herz: Was schätzt du, wie viele Nachrichten und Benachrichtigungen du erhalten wirst, während du diese Blinks hier liest? Zwei, zehn, zwanzig? Mit Sicherheit einige. Und wie wirkt es sich nun auf dein Verständnis dieser Blinks aus, wenn du auf sie reagierst? Selbst wenn du sie nicht sofort liest, wird dich vermutlich allein der Signalton oder das Vibrieren deines Smartphones aus der Konzentration bringen, sodass du am Ende das eine oder andere Detail nur beiläufig aufschnappst. Genau dieses Phänomen betrifft uns alle zunehmend häufiger, in immer mehr Momenten unseres privaten und beruflichen Lebens. Die digitalen Technologien entwickeln sich mit schwindelerregender Geschwindigkeit. Wenn sie uns weiterhin zu mehr Effizienz und Produktivität verhelfen sollen, müssen wir auf diesen Wandel reagieren. Und zwar nicht, indem wir immer mehr gleichzeitig tun, sondern indem wir lernen, uns aller Anreize zum Trotz auf eine Aufgabe nach der anderen zu konzentrieren – und auf diese Weise in den Zustand von Deep Work gelangen. Wie das gehen soll? Schließe alle anderen Apps, stelle dein Handy stumm und finde es heraus. In diesen Blinks lernst du, warum dich Multitasking in Wirklichkeit weniger produktiv macht, was der Unterschied zwischen „Deep Work“ und zufälligen Arbeitsrauschphasen ist, und warum uns manchmal gerade unter der Dusche die besten Lösungen einfallen.
01:16
CHAPTER 1 OF 6
Unser Hirn ist nicht für Multitasking gemacht.
Vor ein paar Jahren galt es als das Nonplusultra für jeden erfolgreichen Menschen, multitaskingfähig zu sein. Gleichzeitig am Telefon den Kunden abspeisen und schon den Report für die nächste Woche schreiben? Wer das konnte, hatte die Beförderung quasi schon in der Tasche. Wer heute immer noch glaubt, man müsse kognitiv ständig auf mehreren Hochzeiten tanzen, hat die Rechnung allerdings ohne unser Gehirn gemacht. In den letzten Jahren wurde viel zum Thema Hirnleistung geforscht und es wurde herausgefunden: Multitasking macht nicht produktiv. Das zeigte u.a. eine 2009 von der Wirtschaftsprofessorin Sophie Leroy durchgeführte Studie an der University of Minnesota. Leroy belegte, dass wir bei einem plötzlichen Wechsel von Tätigkeit A zu Tätigkeit B gedanklich noch mit Tätigkeit A beschäftigt bleiben und somit vorübergehend in einem halbkonzentrierten Zwischenzustand schweben. Für ihr Experiment ließ sie Gruppe A ein Wortpuzzle aus verschiedenen Silben beginnen, unterbrach die Probanden dann aber und ließ sie auf der Grundlage von Bewerbungsunterlagen hypothetische Personalentscheidungen treffen. Gruppe B hingegen durfte das Silbenrätsel abschließen, bevor sie sich mit dem fiktiven Einstellungsverfahren befasste. Zwischen den Puzzles und den Personalaufgaben überprüfte Leroy in einem kurzen Test, wie stark die Teilnehmer noch auf die Schlagwörter aus dem Silbenrätsel reagierten. Das Ergebnis: Gruppe A war gedanklich noch stark mit dem Wortpuzzle beschäftigt und entsprechend weniger frei für die aktuell wichtigere Aufgabe qualifizierter Personalentscheidungen. Das Ergebnis dieser Studie zeigt: Multitasking ist out. Denn wir wissen, je stärker wir zwischen Aufgaben springen, desto weniger konzentriert können wir uns in beide vertiefen.
03:09
CHAPTER 2 OF 6
Der digitale Lifestyle und soziale Medien machen uns unproduktiv.
Als unser Leben dank neuer und mobiler Technologien immer multimedialer wurde, stieg das Bild von müheloser Produktivität weltweit zur Idealvorstellung auf: Morgens in der Bahn schon Arbeitsmails checken, unterwegs mal eben den Weg zu unserer Verabredung auf Google Maps nachschlagen, und in der Mittagspause schnell das Geburtstagsgeschenk für Oma online bestellen – ein perfekt durchgeplanter produktiver Tag. Aber dieses Idealbild ist nur bedingt erfüllt. Unsere ständige Beschäftigung mit unseren smarten Geräten hilft uns zwar, gewisse Aufgaben schneller zu erledigen. Aber die unzähligen Informationskanäle, die wir auf unseren Smartphones und Laptops konsumieren, kreieren eine neue Form der Unproduktivität. Die vielen offenen Tabs und Fenster deines Browsers mit Facebook, Twitter, Arbeitsmails und Co. kommen harmlos daher, doch jede blinkende, tanzende oder seitwärts ins Bild gleitende Pop-up-Nachricht bringt dich ein kleines bisschen mehr aus dem Tritt. Am Ende hast du mehr Zeit vertrödelt, als hättest du einfach ein Buch im Laden für deine Oma gekauft. Erst 2012 erschütterte eine Produktivitätsstudie die Arbeitswelt. Die Unternehmensberater von McKinsey fanden heraus, dass ein durchschnittlicher Angestellter sagenhafte 60% seiner Arbeitswoche auf Online-Kommunikationstools verfügbar ist und allein 30% dieser Zeit für das Lesen und Beantworten von E-Mails draufgehen. Wenn die Menschen rund um den Globus also über mehr Arbeit denn je klagen, hat das folgenden Grund: Unsere Tage und Gemüter sind vom Erledigen kleinster Aufgaben und dem Umherschieben von Informationen gänzlich erfüllt. Daher können wir uns immer weniger auf das konzentrieren, was wir eigentlich leisten wollen.
05:03
CHAPTER 3 OF 6
Gönn deinem Gehirn mal eine Pause von Social Media.
Egal wo man heute hinguckt, die Menschen wirken geradezu süchtig nach Ablenkung. Ob in der Bahn oder den zwei kurzen Minuten in der Warteschlange – überall wird pausenlos und in jeder freien Sekunde aufs Handy geglotzt, gechattet und gezockt. Was ist da los? Unser Gehirn ist evolutionsbiologisch bedingt darauf getrimmt, auf Ablenkungen und alle möglichen Reize blitzschnell zu reagieren. In den rauen Zeiten unserer Vorfahren konnte sich schließlich hinter jedem Knacken im Geäst ein Säbelzahntiger verbergen. So lebensnotwendig diese Fähigkeit einst gewesen sein mag: Heute hindert sie uns daran, voll und ganz bei einer Sache zu bleiben. Unser Gehirn sieht leider in jedem Tweet und jeder Push-Mitteilung immer noch ein wildes Tier und ist abgelenkt. Gönn deinem Hirn Konzentrationspausen und reduziere Ablenkungen durch soziale Medien. Sei vor allem ehrlich zu dir selbst, was die Gründe für deine Nutzung sozialer Medien betrifft. Wenn du Facebook bspw. wirklich zur Pflege deiner Freundschaften nutzen möchtest, dann beschränke dich auf den direkten Austausch per Nachricht. Versuche je nach Entfernung und Gegebenheit, dich mit deinen Freunden ganz normal im echten Leben zu treffen und auszutauschen. Und wenn all das gar nichts bringt: Versuch’s mal ganz ohne! Sieh es als Experiment und faste Facebook und Co für 30 Tage. Frage dich anschließend: Hätte diese oder jene Anwendung meine Zeit wesentlich bereichert? Hat meine Umwelt darauf reagiert, dass ich das Netzwerk nicht genutzt habe? Wenn die Antwort auf beide Fragen nein lautet, kannst du dich guten Gewissens komplett abmelden. Du brauchst die App gar nicht.
06:47
CHAPTER 4 OF 6
Bei Deep Work geht es um kontinuierliches, konzentriertes Arbeiten.
Um wieder voll leistungsfähig zu werden, müssen wir uns in den Zustand tiefer, ungestörter Konzentration versetzen – ab jetzt bezeichnen wir diesen als Deep Work. Deep Work ist eine Art meditative Verfassung, zu der allerdings jeder Mensch unterschiedlich Zugang findet. Wir unterscheiden daher zwischen vier verschiedenen Ansätzen oder Zugängen: den vier Deep-Work-Philosophien. Bei der mönchischen Philosophie von Deep Work geht es darum, sich so radikal und hermetisch von allen unerwünschten Reizen und Ablenkungen abzuschotten, wie es Mönche, Nonnen und Einsiedler seit Jahrtausenden tun. Ziel der bimodalen Philosophie wiederum ist es, bewusst bestimmte Tagesabschnitte für klar definierte Deep-Work-Phasen zu reservieren und den Rest der Zeit für alles andere zu nutzen. Bei der rhythmischen Philosophie gewöhnst du dir an, blockweise konzentriert zu arbeiten, z.B. für 90 Minuten pro Tag. Dabei ist es hilfreich, deine Arbeitserfolge in einer Art Tagebuch oder Kalender festzuhalten. Bei der journalistischen Methode nutzt du wie ein Reporter jeden unerwartet freien Moment am Tag, um dich hochkonzentriert in die Arbeit zu stürzen. Unabhängig davon, welche der Methoden für dich am besten funktioniert, ist vor allem eine Erkenntnis wichtig: Deep Work passiert nicht von allein. Es ist eine Methode, die du bewusst anwenden musst. Hier liegt auch der wesentliche Unterschied zum berühmten Rausch, in den sich manche Menschen arbeiten. Solche Rauschzustände entstehen zufällig, z.B. nach stundenlangem Prokrastinieren. Deep Work hingegen ist geplant und beabsichtigt.
08:31
CHAPTER 5 OF 6
Schaffe die richtigen Voraussetzungen für Deep Work.
Wie wir vorhin schon gesehen haben, ist weder Multitasking noch Informationsflut gut für dein Hirn. Darum musst du es regelrecht neu kalibrieren. Jetzt bleibt nur die Frage: Wie? Was bringt uns in diesen erstrebenswerten Zustand der Deep Work? Am besten kannst du dich vertiefen, wenn du deinen Verstand mit festen Ritualen auf die Konzentration vorbereitest. Schaffe dir deine ideale Arbeitsatmosphäre. Hänge ein „Bitte nicht stören“-Schild an deine Bürotür oder gehe zum Arbeiten in die Bibliothek oder das Café an der Ecke, wenn du deinen Arbeitsplatz im Großraumbüro oder Coworking-Space mit anderen teilst. J.K. Rowling z.B. zog sich für die Arbeit am letzten Harry-Potter-Band in die Anonymität eines exklusiven Nobelhotels zurück, um trotz des gewaltigen Drucks in die tiefe Konzentration abgleiten zu können. Außerdem solltest du mitgebrachte Störquellen liquidieren: Deaktiviere das WLAN und schalte dein Telefon aus. Und sorge vor, damit dein Körper nicht zum Störenfried wird. Halte dich mit gesundem Essen, Kaffee und Tee bei Kräften und gib deinem Körper, was er braucht, um dich so lange wie möglich konzentriert arbeiten zu lassen. Doch auch wenn du nicht so viel Zeit hast, dich in ein Luxushotel einzumieten, ist Deep Work möglich. Du kannst z.B. im Sinne der produktiven Meditation anfangen, ursprünglich unproduktive Momente am Tag – z.B. Gassigehen, Duschen, mit der Bahn zur Arbeit fahren – zu nutzen, um ungestört über ein bestimmtes Problem nachzudenken. Frage dich bspw. im Stillen, wovon die Lösung deines Problems abhängen könnte. Stell dir dann handlungsorientierte Fragen wie: „Was muss ich tun, um mein Ziel zu erreichen?“ Je öfter du solche kleinen Trainingseinheiten für dein Gehirn einlegst, desto besser kannst du dich konzentrieren.
10:25
CHAPTER 6 OF 6
Teile dir deine Zeit ganz bewusst ein, damit sich dein Körper in den Freiphasen erholen kann.
Viele von uns wollen nach einem langen Arbeitstag und zusätzlichen Stopps und Besorgungen vor allem eines tun, wenn sie nach Hause kommen: gar nichts. Das bedeutet auch, dass es ab dem Zeitpunkt des Feierabends keine bewusste Zeiteinteilung mehr gibt, und damit keine Phasen, in denen Dinge getan werden müssen. Ironischerweise führt gerade das in vielen Fällen zu einer verhängnisvollen Routine: Man fläzt sich vor den Fernseher, scrollt nebenher auf dem Smartphone durchs Netz und hat womöglich sogar Laptop und iPad griffbereit. Kurz vorm Schlafengehen fühlt man sich dann sogar noch erschlagener als nach der Arbeit und beginnt auch den nächsten Tag mit eingeschränkter Energieleistung. Wie kommt man aus dem Teufelskreis bloß wieder raus? So verrückt es klingt: Je minutiöser du deine Tage durchstrukturierst, desto mehr freie Zeit hast du, um bewusst über dein Zeitmanagement nachzudenken. Teile deinen Arbeitstag morgens schon in Blöcke von jeweils mindestens 30 Minuten ein und plane neben den Arbeitsphasen auch Abschnitte für andere Dinge ein – private Angelegenheiten, Entspannung, Essen, deine E-Mails und den üblichen Papierkram. Natürlich wird dein Plan durcheinandergeworfen werden. In dem Fall kannst du deine Zeitblöcke aber einfach anders arrangieren. Es geht nicht darum, den Plan Minute für Minute abzuarbeiten, sondern bewusster mit deiner Zeit umzugehen. Am besten planst du auch deine Abende und Wochenenden so voraus, dass du mit bestimmten Handlungen sukzessive auf bestimmte Ziele hinarbeitest. Setze dir Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit: Nimm dir z.B. so wenig Arbeit wie möglich mit nach Hause und checke ab 17.30 Uhr keine Arbeitsmails mehr. So kann sich dein Kopf daran gewöhnen, täglich ab einer bestimmten Uhrzeit vom Leistungs- in den Entspannungsmodus zu schalten. Im Idealfall ist ab dann auch digitale Sperrstunde, damit sich dein Körper und dein Geist ohne Input aus dem Netz und den sozialen Medien voll und ganz auf die Wiederherstellung deiner Kräfte einstellen können. Gönn dir stattdessen einfach mal wieder öfter Zeit für ein gutes Buch, körperliche Ertüchtigung oder die gute alte Zweisamkeit mit einer Person, die dir am Herzen liegt.
12:45
CONCLUSION
Zusammenfassung
Die Kernaussage dieses Buches ist: In einer Welt voller Ablenkungen und Anreize ist Multitasking so etwas wie unsere kognitive Standardeinstellung geworden. Dabei kannst du nur wirklich produktive und erfüllende Leistung erbringen, wenn du dich konzentriert einer Sache nach der anderen widmest. Also hol dir die Kontrolle über dich selbst zurück, statt deine mentale Energie an sinnloses Herumsurfen oder oberflächliche Posts in sozialen Medien zu verschwenden. Klinke dich aus, schalte ganz bewusst ab und drehe mit neuer Power dort auf, wo du wirklich etwas erreichen möchtest. Was du konkret umsetzen kannst: Probier’s mal mit Internet-Sabbat. Wenn du abends das nächste Mal nach einem mäßig produktiven Tag völlig erledigt ins Bett fällst, setze dir selbst tags darauf strenge Regeln dazu, wann du das Netz nutzen darfst und wann nicht – auch am Arbeitsplatz. Du wirst sehen, dass du das Internet dann wesentlich produktiver verwendest. Du weißt, dass du nur begrenzt Zeit hast, und bist voll und ganz bei der Sache, statt ständig in Ablenkung abzugleiten. Hast du Feedback? Wir sind gespannt und freuen uns zu hören, wie dir unsere Blinks gefallen! Schreib einfach eine E-Mail an remember@blinkist.com mit dem Titel dieses Buches als Betreff und teile deine Gedanken mit uns. Zum Weiterlesen: Konzentration von Marco von Münchhausen Im Zuge der Digitalisierung werden wir mit einer permanenten Informationsflut in Form von Nachrichten, E-Mails und anderen Meldungen konfrontiert. Vor lauter Überforderung nehmen wir neuen Input nur noch oberflächlich wahr. In den folgenden Blinks erfährst du, warum Konzentration noch nie so wichtig und gleichzeitig schwer zu erreichen war – und lernst anhand anschaulicher Beispiele, wie du der ständigen Zerstreuung entgegenwirkst und wieder voll und ganz bei der Sache bist.
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00:00
-14:09
Konzentriert arbeiten
Cal Newport
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